Käsekrapfen © Fred Ferschke

Herzhafte Käsekrapfen mit Rote Bete Carpaccio

Ich habe sehr viele Rezepte, die mich an meine Kindheit erinnern und in gewisser Weise ist es mit diesem Rezept auch so. Inspiriert haben mich nämlich süße „Quarkkeulchen“ aus Kindertagen.

Ich bin ganz in der Nähe der Ostsee großgeworden. Da verbringt man die Sommerferien – wenn möglich – am Meer, am besten auf Usedom oder Rügen. Ganz typisch für die zahlreichen Strandbesuche in Kindertagen waren die vielen kleinen Büdchen an den Strandpromenaden. Neben Pommes und anderen Dingen, auf die wir Kinder nach dem ausgiebigen Baden Heißhunger hatten, gab es dort auch die typischen Büdchen mit „Quarkkeulchen“. Das ist ein Gebäck, bestehend aus einem süßen Teig, der in Fett ausgebacken wird. Das genaue Rezept für „Quarkkeulchen“ werde ich zu anderer Gelegenheit verraten, heute gibt es nämlich die deftige Variante.

Auf die bin ich mehr oder weniger zufällig gestoßen. Ich habe im letzten Jahr sehr viel mit veganem Käse (vor allem Nusskäse) experimentiert und dabei auch unterschiedliche „Starter“ ausprobiert. Ich weiß nicht, ob der Begriff „Starter“ fachlich korrekt ist, ich verwende ihn, weil er ganz gut beschreibt, was bestimmte Lebensmittel tun: Sie starten einen Fermentationsprozess und es entsteht mit etwas Glück ein käseartiger Geschmack.

Käsekrapfen © Fred Ferschke

Am einfachsten ist das mit einer Säure wie Limetten- oder Zitronensaft. Beides kann man zur Herstellung eines roh-veganen Nusskäses verwenden. Manchmal, gerade wenn der Käse länger aufbewahrt werden soll, ist die Säure aus Zitrusfrüchten geschmacklich aber zu dominant. In solchen Fällen eignet sich Rejuvelac sehr gut. die Herstellung ist aufwendig und etwas langwierig, aber es lohnt sich. Ein Rezept dazu poste ich demnächst.

Und dann gibt es noch Miso, das aus fermentierten Sojabohnen besteht und von Hause aus sehr herzhaft und würzig schmeckt. Misopaste benutze ich am liebsten, wenn ich schnell einen „käsigen“ Geschmack brauche. Genau richtig für dieses Rezept also!

Für 12 Käsekrapfen benötigt ihr:

  • 150 g Seidentofu
  • 3 EL Wasser
  • 2 TL helle Misopaste (Shiro Miso)
  • 3 EL Pflanzenmilch (z.B. Soja-, Reis- oder Haferdrink)
  • 2 EL neutrales Öl (z.B. Raps- oder Sonnenblumenöl)
  • 125 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 2 EL Hefeflocken
  • 1/2 TL Salz (und mehr zum Abschmecken)
  • Schale 1/2 Bio-Zitrone (den Saft aufheben für das Carpaccio von der Roten Bete)
  • 1 große Rote Bete Knolle
  • ca. 300 ml Öl zum Ausbacken
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Rote Bete Knolle
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Agavendicksaft

Käsekrapfen mit Carpaccio von der Roten Bete © Fred Ferschke

Zubereitung

  1. Zunächst Seidentofu, Wasser, Misopaste, Pflanzenmilch und Öl in einem Küchenmixer oder mit dem Zauberstab fein pürieren.
  2.  

    Das Mehl mit den übrigen trockenen Zutaten vermengen und unter die Seidentofu-Miso-Masse heben. Mit einem Schneebesen immer wieder gut umrühren, so dass keine Klümpchen entstehen. Dabei etwas Luft in den Teig schlagen. Den Krapfenteig zum Schluss noch einmal mit Salz abschmecken.

  3.  

    Die Zitrone  heiß abwaschen, trocknen und die Schale abreiben. Die Hälfte der Schale unter den Krapfenteig heben, die andere Hälfte zum späteren Garnieren beiseite stellen. Den Teig für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

  4.  

    In der Zwischenzeit das Rote Bete Carpaccio zubereiten: Dafür 1 große Beteknolle (ca. 150-200 g) gut abbürsten, Wurzel- und Stielansatz entfernen und so dünn wie möglich hobeln. Fächerförmig überlappend auf einem Teller verteilen. Den Zitronensaft mit 2 EL Olivenöl, etwas Salz und einem Spritzer Agavendicksaft verrühren und gleichmäßig über die Bete-Scheiben geben. Je dünner die Scheiben, desto schneller geht nun das Marinieren.

  5.  

    Nun wird ein Topf benötigt. Der sollte so beschaffen sein, dass das Öl ca. 3 Finger hoch in ihm steht (ansonsten ggf. mehr Öl verwenden). Die Krapfen müssen später im Öl schwimmen können. Das Öl vorsichtig im Topf erhitzen, bis an einem hinein gehaltenen Holzstäbchen Blasen aufsteigen. Vorsicht: das Öl darf nicht rauchen. Dann die Temperatur etwas reduzieren (um ca. 1/3). Mit einem Teelöffel den Krapfenteig abstechen und in das Öl gleiten lassen. 2-3 Minuten im heißen Fett goldbraun frittieren, zwischendruch umdrehen. Auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen.

  6.  

    Das Carpaccio von der Roten Bete dekorativ auf Tellern verteilen und einen Käsekrapfen darauf setzen. Wer mag kann vorher etwas Cashewfrischkäse oder gekauften veganen Frischkäse auf das Carpaccio geben. So hält der Krapfen auch wirklich in der Mitte und das ganze schmeckt viel frischer. Zum Schluss mit der restlichen Zitronenschale und etwas frischem Pfeffer aus der Mühle garnieren.

Dazu passt auch ein Rote Bete Meerettich Mousse sehr gut. Das Rezept dafür findet ihr in meinem Kochbuch „La Veganista“, das am 4. Februar 2013 im Gräfe und Unzer Verlag erschienen ist. Die süße Variante dieses Rezeptes findet ihr in Vegan Backen, meinem zweiten Buch.

4 Kommentare

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  1. Klingt super! Ich taste mich auch gerade an den Käse ran, eine richtig gute Lösung hab ich noch nicht gefunden, aber deine Krapfen werd ich auf jeden Fall mal ausprobieren! Aber erst mal werde ich am Wochenende die Lasagne aus deinem Buch ausprobiern (von dem ich völlig und absolut begeistert bin!!). Ich werde berichten wie’s war!
    xo Zoe

  2. Liebe Zoe,

    viel Spaß beim Lasagne-Kochen :) Ich brauchte auch sehr lang um mich an die unterschiedlichen – auch fertigen – Käsesorten heranzutasten. Da gibt es wirklich enorme Unterschiede…

    Ich freue mich übrigens auch sehr über eine Rezension auf Amazon.

    Ganz liebe Grüße
    Nicole

  3. Kommt noch, versprochen! :)

  4. Kreativität hoch 10. Wunderbar :)!

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