Grüne Säfte vs. Grüne Smoothies: Ist Entsaften besser als mixen?

Kris Carr widmet in ihrem Buch „Crazy Sexy Diet“ ein ganzes Kapitel der „Saft-Thematik“. Unter dem Titel „Make Juice, not War“ stellt sie fest, dass grüne Säfte wie roter Lippenstift sind. Niemals ohne das Haus verlassen!

Ok, da stellt sich mir gleich die Frage: Warum denn kein grüner Smoothie? Den trinke ich seit einiger Zeit schon jeden Morgen und mit ihm geht es mir blendend. Der Vitamix ist danach leicht gereinigt, ich habe was im Magen, alles gut also!

Ganz so falsch ist das natürlich nicht, dennoch haben grüne Säfte einige Vorteile gegenüber (den auch sehr gesunden und göttlichen) Smoothies. Denn obwohl Kris immer dazu rät, so viel Ballaststoffe aus Gemüse wie möglich aufzunehmen, ist das doch nicht immer so gut für den Verdauungsapparat. Dazu müssen wir ein wenig in das Thema Rohkost vs. Gegartes einsteigen.

Rohkost vs. Kochgut: Warum hat Rohes so viele Vorteile?

Mit dem Thema Rohkost kennen sich andere viel viel besser aus als ich, darum will ich es auch nur streifen. Was ich aber in meiner Lektüre der letzten Wochen gelernt habe ist, dass Rohkost deswegen so gut für den Körper sein soll, weil rohes Gemüse, unbehandelte Nüsse und Obst noch sehr viele ihrer natürlichen Enzyme besitzen. Diese sind wichtig, um Lebensmittel auf den Verdauungsprozess vorzubereiten. In stark gekochten oder hochverarbeiteten Lebensmitteln sind weitaus weniger Enzyme enthalten. Unser Verdauungssystem muss folglich erst Verdauungsenzyme bilden, um die Nahrung aufzuspalten und ihr alle wichtigen Nährstoffe zu entziehen. Das kostet Energie, die allerdings auch noch im weiteren Prozess benötigt wird, um die gewonnen Nährstoffe zu verwerten.

Saft und Smoothie: Beides roh, und nun?

Wenn man die o.g. Annahmen zugrunde legt, sind sowohl rohe Säfte, als auch Smoothies (beides mit hohem Gemüseanteil!) sehr gesund, die Nährstoffe können optimal verwertet werden. Der grüne Saft hat jedoch einen Vorteil: Im Gegensatz zum Smoothie macht er nicht so satt, weil die Ballaststoffe aus den Pflanzenfasern fehlen. Man kann somit mehr davon trinken, ergo mehr Nährstoffe mit einer kleineren Portion aufnehmen. Satt wird man aber eben auch nicht so schnell. Durch das Fehlen der Ballaststoffe fehlen außerdem wichtige Antioxidantien. Mehr zu diesem Thema findet ihr hier.

Gleichzeitig ist die Saftherstellung etwas aufwendiger. Das Reinigen der Saftpresse dauert nämlich deutlich länger als die Reinigung des Mixers.

Saftpressen

Saftpressen sind in der Regel teuer (die günstigen taugen meistens nicht viel) und haben einen wunden Punkt: Die Reinigung! Ich habe einige Monate die Green Star Saftpresse benutzt. Das Gerät ist ohne Frage sehr teuer! Aber es hat einige Vorteile: Das doppelte Mahlwerk dreht sich sehr langsam, so oxidiert der Saft nicht und wird cremiger. Die meisten günstigeren Entsafter arbeiten mit  der „Zentrifugaltechnik“. Dabei bildet sich viel mehr Schaum und der Saft verliert schneller seine Farbe. Die Greenstar lässt außerdem sehr wenig Abfall übrig, weil man selbst die „Maische“ noch ein zweites Mal pressen kann. Das spart Zutaten und ist sehr schonend. Der große große Schwachpunkt dieses Gerätes ist die aufwendige Reinigung. Es gibt viele Teile, die abgebaut und einzeln gespült werden müssen, in meinem Gerät waren am Ende sogar Gemüsereste im Übergang zum Motorblock. Im Laufe der Zeit habe ich irgendwann den Dreh rausbekommen und für die Reinigung nur noch ca. 10 Min gebraucht. Seit 2 Jahren arbeite ich mit einer Vorgängerversion dieses Geräts und damit bin ich sehr zufrieden. Die Walze arbeitet auch sehr schonend, der Saft ist gut (wenn auch nicht so gut wie aus der Greenstar, da kommt einfach kein Gerät heran) und – für mich wichtig: Das Gerät lässt sich wirklich superleicht und vor allem schnell reinigen, ist deutlich platzsparender als die Greenstar und nicht ganz so teuer. (Dieser Abschnitt wurde im Januar 2016 überarbeitet, um meine Langzeiterfahrungen mit den Entsaftern einzupflegen.)

Grüner Saft ohne Entsafter?

Falls ihr grüne Säfte erst einmal testen möchtet, hier ein paar grundsätzliche Dinge, auf die ihr beim Entsaften achten könnt und ein „Trick“, wie man grünen Saft auch ohne Entsafter herstellen kann.

  • Empfehlenswert für den Anfang: das Verhältnis von Gemüse zu Obst in Smoothies und grünen Säften sollte idealerweise 3 : 1 betragen. Also drei Teile Gemüse, 1 Teil Obst. Wer sich erst einmal an den „grünen“ Geschmack herantasten möchte, kann auch mit 2:2 oder 1:3 starten und dann langsam den Gemüseanteil erhöhen.
  • Saft ohne Entsafter machen geht so:  alle Zutaten zum Entsaften in einen Mixer geben, mit Wasser aufgießen und alles fein mixen. Den damit enstandenen Smoothie durch ein feines Sieb oder besser durch ein Tuch oder einen so genannten Sproutbag drücken und dabei den Saft auffangen. (Falls euch der Sprossenbeutel zu teuer ist: Es funktioniert auch mit Feinwäschenetzen…)
  • Der Saft eignet sich am besten als Start in den Tag.
  • Kris Carr empfiehlt, hin und wieder einen Fastentag mit Säften einzulegen, um den Körper zu entlasten.

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