Rohkostpizza mit Cashew- und Avocadocrème

Rohkostpizza hat natürlich wenig mit der Pizza zu tun, wie man sie kennt. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass diese gesunde Variante unglaublich lecker schmeckt und süchtig macht.

Bevor euch das Rezept verrate, möchte ich etwas Grundsätzliches zum Thema Rohkost loswerden: In den letzten Wochen und Monaten wurde diese Ernährung m.E. in den einschlägigen veganen Blogs ein wenig gehyped, was ich klasse finde. Dabei konnte aber, so mein Eindruck, für einige Menschen der Eindruck entstehen, man könne Rohkost nur mit teuren Küchengeräten umsetzen. Das stimmt nicht.

Natürlich ist es perfekt, wenn man Vitamix, Dörrofen, Saftpresse und Pflanzenmilchbereiter zu Hause hat, aber es geht definitiv auch ohne. Wie ich Mandelmilch mache, habe ich ja im Rezept für Rohkostbrot schon verraten. Es braucht dafür keine teure Maschine, sondern nur einen Mixer/Pürierstab und ein Sieb/Feinwäschebeutel. Auf gleich Art und Weise lassen sich Hanfmilch und Säfte herstellen. Das Dörren funktioniert auch in vielen Backöfen. Stellt euren Backofen einfach auf 50°C ein und steckt einen Kochlöffel in die Herdklappe. Sicherlich kann man die Temperatur dann nicht mehr ganz so gut kontrollieren wie im Dörrofen, aber das sollte kein Argument gegen die Beschäftigung mit der Rohkost sein. Also, traut euch, es macht total viel Spaß und lohnt sich. Ich habe für mich persönlich eine ganz andere Seite der Nahrungszubereitung kennengelernt und lerne jeden Tag etwas Neues.

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Für diesen Pizzaboden brauchte ich etwas Inspiration und war Ewigkeiten im Netz unterwegs, habe die verschiedensten Rezepte angeschaut und z.B. auch bei Mimi Kirk gestöbert, deren Buch ich ja kürzlich gekauft habe. Schließlich habe ich mich dafür entschieden, für die erste Pizza-Kreation auf Nummer sicher zu gehen und einiges aus dem Rezept von RohKoch Andreas Vollmert zu übernehmen. Ich habe aber noch Hanfsamen und Leinsaat zur Miscung gegeben, dir Tomate weggelassen (im Winter kaufe ich die eigentlich nicht) und den Belag verändert.

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Die Zutaten für den Teig

  • 2 Tassen 3 Tage gekeimter Buchweizen (dazu sage ich noch einmal etwas im Rezept)
  • ½ Möhre
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Msp. Rosmarin (getrocknet)
  • 1 Msp. Thymian (getrocknet)
  • Salz
  • ½ Tasse Leinsamen
  • 3 EL Hanf

Außerdem:

  • eine mittelgroße Avocado
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Tasse Cashews (über Nacht eingeweicht)
  • Saft einer Zitrone
  • Salz, Pfeffer
  • Gemüse nach Wahl für den Belag

rohkost pizza vegan

Zubereitungsschritt 1: Den Buchweizen keimen lassen

Das mit dem Keimen lassen von Buchweizen hat bei mir beim ersten Mal wunderbar geklappt. Wahrscheinlich war das Anfängerglück, denn der zweite Versuch ging ziemlich in die Hose. Und das Rohkostbrot, das ich damit zubereitet hatte, war ein Fall für den Müll. Buchweizen kann nämlich beim Keimen auch kippen. Bei mir hat er gegärt geschmeckt. Darum sollte man beim Wässern peinlich genau darauf achten, das wirklich das gesamte Wasser weggeschüttet wird. Ich mache es jetzt immer so: Den Buchweizen weiche ich über Nacht in sehr viel Wasser ein und schütte dieses Wasser dann am nächsten Morgen weg. Am besten klappt das mit einem feinen Sieb. Dann gebe ich ihn in eine große Schüssel und wässere ihn einmal am Tag und lasse das Wasser dabei für 5 Minuten in der Schüssel. Der Buchweizen darf nie ganz austrocknen, daher ist es gut, wenn das Gefäß verschließbar ist (ein wenig Luft sollte dennoch an das Keimgut gelangen).

Zubereitungsschritt 2: Den Boden herstellen

Alle Zutaten für den Teig in einen Mixer geben und pürieren. Es muss kein „Babybrei“ entstehen, sollte aber eine homogene Masse ergeben. Diese dann auf Backpapier oder einen Paraflex-Bogen geben und glattstreichen. Der Teig sollte nicht höher als 1 cm sein, eher dünner. Wer Pizza gern mit Rand hat, kann diesen „nachbauen“. Er wird dann bei 39° für 8 Stunden getrocknet. Nach der Hälfte der Zeit kann man den Boden problemlos wenden.

Der Boden sieht nach 8 Stunden so aus:

Zubereitungsschritt 3: Der Belag (eine Stunde vor Ablauf der Dörrzeit vorbereiten)

Ich habe mich für Schichten aus Cashewcrème, Avocadocreme und Gemüse entschieden. Die eingeweichten Cashews dafür werden einfach zusammen mit der Hälfte des Zitronensaft und Salz püriert. Die Avocado zerquetschen und mit der anderen Hälfte des Zitronensafts, Salz und der gepressten Knoblauchzehe vermengen. Nun landen die Crèmes im Kühlschrank, während ihr das Gemüse für eure Pizza vorbereiten könnt. Ich habe Champignons, Paprika, Zucchini, (alles sehr fein schneiden) getrocknete und in Öl eingelegte Tomaten und Oliven verwendet. Wenn der Boden aus dem „Ofen“ kommt, wird er einfach mit den beiden Crèmes bestrichen, dann gepfeffert und schließlich mit dem Gemüse belegt. Dann wandert die Rohkostpizza nochmal für 1 bis 1,5 Stunden bei 42°C in den Ofen oder das Dörrgerät.

Tipp: Den Teig könnt ihr auch vorbereiten. Gut verpackt hält er sich mindestens einen Tag bei Zimmertemperatur.

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4 Kommentare

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  1. Danke, dass Du das Mixer-Thema endlich mal angesprochen hast… (:
    Lecker sieht es dazu auch noch aus!

  2. Pingback: Der vegane Wochenrückblick | Deutschland is(s)t vegan | Deutschland is(s)t vegan

  3. Hallo Nicole

    Kann ich auch Buchweizenmehl verwenden? Ich traue mich nicht recht mit dem Buchweizen wässern
    Liebe Grüsse
    Franziska

  4. Mit Buchweizenmehl funktioniert es leider nicht. Nur Mut, das wird schon! :)