Eisenpfannen einbrennen und richtig pflegen

Eisenpfannen einbrennen und richtig pflegen

Eine anständige Eisenpfanne gehört in jede Küche! Weil Bratkartoffeln in einer beschichteten Pfanne niemals so kross werden. Weil sie ein Leben lang hält und weil sie nicht nur zum Braten taugt.  

Ich mag die Pfannen vor allem, weil sie so robust sind. Das Material kommt mit jeder Hitze klar und verzieht sich nicht. Meine erste Eisenpfanne verwende ich seit vielen Jahren nicht nur zum Kochen und Braten, sondern auch zum Backen und zum Gratinieren. Beim Pizzabacken ersetzt eine Eisenpfanne übrigens den Pizzastein. Sie speichert die Hitze und sorgt dafür, dass der Pizzaboden richtig schön kross wird. Ein passendes Rezept für Pizza aus der Eisenpfanne habe ich hier aufgeschrieben.

Eine zweite Pfanne habe ich mir in diesen Tagen neu eingebrannt. Die kommt von nun an vor allem auf dem Grill zum Einsatz: Egal ob Gemüse, Tofu oder Tempeh – alles, was zwischen den Rosten durchrutschen könnte, wird in Zukunft in der Pfanne zubereitet.

So kann man sich dann auch die Aluschalen zum Grillen sparen, die nur unnötig Müll verursachen sondern auch zu einer erhöhten Aluminiumaufnahme führen können. Um trotzdem ein rauchiges Grillaroma ins Gemüse zu bringen, lege ich den Deckel meines Grills während der Zubereitung auf. Ist er geschlossen zirkuliert die Luft im Grill und aromatisiert das Grillgut auch in der Pfanne.

Wir grillen schon seit einigen Jahren mit dem Kugelgrill von Weber. Der ist robust, sieht gut aus und hat im Deckel auch ein Thermometer.

[amazon box=“B076PQK4DP“ / ]

Eine gut eingebrannte Eisenpfanne ist robust

Auf meiner ersten Eisenpfanne hat sich mittlerweile eine richtige Patina aufgebaut. Die sorgt dafür, dass nichts anhaftet und man beim Braten mit sehr wenig Öl auskommt.

Im Gegensatz zu Teflon- oder Keramikpfannen kann sich hier keine Beschichtung ablösen, geschweige denn zerkratzt werden. Man kann sogar mit scharfen Messer darin schneiden, ohne dass die Beschichtung Schaden nimmt.

Eisenpfannen richtig einbrennen

Dieser Schritt muss nur einmal durchgeführt werden, danach macht die Pfanne kaum noch Arbeit. Das Einbrennen ist allerdings essentiell, denn so entsteht die erste Schicht der Patina, die natürliche Antihaftbeschichtung und Korrosionsschutz zugleich ist. Der richtige Ort zum Einbrennen: Alles im Freien ;)

[amazon box=“B07KXM6Y3L,B002NQ3WWW,B00462QP16,B008EEFTKK“ grid=“2″ /]

Da es während des Einbrennens wirklich stark raucht (das ist normal), habe ich das im Freien auf dem Grill gemacht. Wer eine Kochplatte oder einen Campingkocher besitzt, kann auch damit einbrennen. Falls es gar nicht im Freien möglich ist, lässt sich das Ganze auch in die Küche verlagern. Dann aber am besten alle Fenster weit aufmachen, den Rauchmelder für die Dauer des Einbrennens ausschalten und die Abzugshaube auf die höchste Stufe einstellen.

Eisenpfanne auf dem Grill

Das wird zum Einbrennen benötigt:

  • 1 Eisenpfanne (Auswahl der besten Pfannen auf Amazon ansehen*)
  • 2-3 Handvoll Kartoffelschalen (je nach Größe der Pfanne, die Schalen sollten den Boden später bedecken)
  • 6 EL neutrales Öl, das sich zum Braten eignet
  • 1 leicht geh. EL Salz

Anleitung zum Einbrennen

  1. Jede Eisenpfanne besitzt ab Werk eine Beschichtung, die das Rosten verhindert. Dieser Korrosionsschutz muss entfernt werden. Die Pfanne dafür mit warmem Wasser und Spülmittel auswaschen, mit viel klarem Wasser nachspülen und abtrocknen.
  2. Die Pfanne anschließend auf dem Grill oder dem Herd erhitzen und dann das Öl hineingeben. Nun die Kartoffelschalen und das Salz dazugeben und gleichmäßig auf dem Pfannenboden verteilen.
  3. Die Kartoffelschalen solange braten, bis sie schwarz sind. Das dauert – je nach Hitzezufuhr – ca. 10-15 Min., ggf. etwas länger auf dem Grill. Wenn die Kartoffelschalen nahezu komplett verkohlt sind, wird die Pfanne vom Grill oder Herd gehoben und muss abkühlen.
  4. Zum Schluss die Kartoffelschalen entfernen, die Pfanne mit handwarmem Wasser ausspülen, kurz trocknen lassen und schließlich noch einmal mit wenig Öl von Innen einreiben.
  5. Die Pfanne ist jetzt einsatzbereit und kann sofort verwendet werden. Zum Beispiel für knusprige Bratkartoffeln. :)

Nach dem Einbrennen ist noch nicht die gesamte Pfanne schwarz, allerdings hat sich ihr Erscheinungsbild schon stark verändert und wird es auch in den kommenden Wochen und Monaten tun. Irgendwann schließt sich die Patina komplett um das Material und bildet eine natürliche Antihaftbeschichtung.

Zum Vergleich habe ich zwei Bilder gemacht: Hier meine neue schmiedeeiserne Pfanne nach dem Einbrennen. Die Patina hat noch Lücken, das ist normal, sie wird sich mit der Zeit immer weiter schließen.

Pfanne nach dem Einbrennen

Und hier zum Vergleich meine alte Eisenpfanne. Es handelt sich bei meiner „Alten“ um dieses Modell*, eine weitere Auswahl habe ich hier auf Amazon erstellt*. Die Patina ist lückenlos, in dieser Pfanne kann man sogar ohne zusätzliches Öl braten, ohne dass etwas kleben bleibt.

IMG_6085

Tipps zur Pflege von Eisenpfannen

Grundsätzlich sollten solche Eisenpfannen (und eigentlich auch alle anderen Pfannen…) niemals mit Spüli, sondern höchstens mit lauwarmem Wasser gereinigt werden. Und auch im Geschirrspüler haben Pfannen nichts zu suchen. Die Patina aka. „natürliche Antihaftbeschichtung“ wird leider durch den Einsatz von Reinigern zerstört (übrigens auch bei Teflonpfannen), die Pfanne müsste also nach so einem Waschgang neu eingebrannt werden.

Stattdessen reinige ich meine Pfannen in der Regel nur mit einem feuchten Tuch, vor allem dann, wenn ich nur etwas darin angebraten oder gebacken habe. Wenn ich Saucen in der Pfanne gekocht habe, lasse ich sie nach der Verwendung kurz abkühlen und spüle den Innenraum der Pfanne mit lauwarmem Wasser aus. Danach ist es ganz wichtig, die Pfanne mit einer dünnen Schicht Öl einzureiben, am besten auch die Außenseiten (außer die Außenseite des Bodens). Das schützt das Material und die Pfanne kann nicht rosten.

Pfannen sollten grundsätzlich nach dem Verwenden erst einmal abkühlen, bevor man sie abspült. Die Pfannen verziehen sich zwar in der Regel selbst bei Kontakt mit kaltem Wasser nicht, dennoch ist es schonender, kein eiskaltes Wasser in eine sehr heiße Pfanne zu geben. Ablöschen (z.B. einen Saucenansatz) mit kühlen Flüssigkeiten ist aber natürlich möglich, wenn die Pfanne auf dem Herd steht. In diesem Fall erwärmt sich der Pfanneninhalt ja sofort wieder.

Welche Eisenpfanne ist die richtige?

Es gibt im Handel viele unterschiedliche Modelle in verschiedenen Größen. Für einen Haushalt mit 2-3 Personen reicht eine Pfanne mit ca. 24 cm Durchmesser aus. Wenn man bedenkt, dass derartige Pfannen ein Leben lang halten, sind die 20-30 Euro sehr gut investiert!

Wert legen sollte man beim Kauf nur darauf, dass die Pfanne aus einem Stück geschmiedet ist, also der Pfannenstiel nicht mit Schrauben o.ä. befestigt ist, da die sich natürlich mit der Zeit lösen können.

Mit Eisenpfannen braten – einige Tipps aus meiner Küchenroutine

Die Pfanne speichert Hitze viel besser als die meisten Pfannen, das bedeutet auch, dass sie heißer wird und das Bratgut schneller fertig ist. Falls du noch nie eine Eisenpfanne benutzt hast, taste dich am besten ganz langsam an die Bratzeiten heran und schau lieber hin und wieder nach, ob nichts anbrennt. Das geht nämlich sehr schnell.

Die Pfanne ist sehr schwer, darum solltest du bei der Verwendung auf Glaskochfeldern extrem vorsichtig sein. Die Pfanne sollte auf empfindlichen Kochfeldern auch nicht hin- und hergeschoben werden, das kann Kratzer im Kochfeld verursachen.

Eisenpfannen funktionieren auf jeder Herdart, auch auf Induktion. Man kann sie aber auch direkt über einem offenen Feuer verwenden oder – wie oben beschrieben – auf den Grill stellen.


Wenn du über die mit * gekennzeichneten Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Mir helfen diese Beträge dabei, die Kosten für meine Website zu decken. Für dich ändert sich nichts, auch der Preis für das Produkt bleibt natürlich gleich. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Hinweis zu Werbelinks: Die mit "*" gekennzeichneten Links auf dieser Seite sind Affiliatelinks. Das bedeutet, ich verdiene einen geringen prozentualen Betrag, wenn Du auf so einen Link klickst und anschließend etwas bestellst. Dadurch bezahlst Du nicht mehr. Den Erlös investiere ich direkt wieder in tolles Geschirr, gute Zutaten und Foto- bzw. Küchenequipment und daraus werden wiederum Rezepte, die ich hier veröffentliche. Es ist ein Kreislauf des guten Essens. :) Und: Ich empfehle nur Dinge weiter, die ich auch selbst verwende. Danke für Deinen Support und viel Spaß auf meinem Blog!

15 Kommentare

Kommentare anzeigen