Eigenes Biogemüse anbauen: Erprobte Tipps zum Gärtnern auf dem Balkon

Eigenes Biogemüse anbauen: Erprobte Tipps zum Gärtnern auf dem Balkon

Biogemüse auf dem Balkon in der Stadt anzubauen ist nicht nur einfach, sondern kann auch total dekorativ sein. In diesem Jahr, wo aufgrund der Corona-Beschränkungen bestimmt viele von uns Urlaub auf Balkonien machen, bietet es sich an, den Balkon noch schnell ein wenig aufzuhübschen. Ich habe meine besten Tipps zum Gärtnern in der Stadt aufgeschrieben.

Angefangen mit dem Gärtnern habe ich vor Jahren auf meinem Balkon in Berlin Pankow. Der war nur knapp 2,5 qm groß aber ich hatte beschlossen, dass das mein Kleinod wird.

Die Bedingungen waren ganz gut: Der Balkon war so ausgerichtet, dass er reichlich Sonne abbekam. Ein praktischer Typ war ich sowieso schon immer und so wanderten damals keine Zierpflanzen in die Töpfe und Kübel, ich hatte es auf Gemüse und Kräuter abgesehen.

Nun muss ja so ein kleiner Balkon auch ein wenig hübsch und gemütlich wirken – schließlich will man da auch relaxen! Wenn man sich vorkommt wie in einer Gemüsegärtnerei ist es wahrscheinlich nicht so ideal. Also habe ich mit der Zeit ein paar Strategien entwickelt, um einerseits viele Gemüsepflanzen und Kräuter auf kleiner Fläche unterzubringen und es andererseits eben auch ein wenig nett zu haben.

Bis ich aber Salat, Radieschen und später sogar Chili, Paprika und Tomaten erfolgreich auf dem Balkon geerntet habe, sind mir ein paar Fehler passiert, aus denen ich sehr viel gelernt habe. Darum habe ich meine Erfahrungen und für erfolgreichen Gemüseanbau auf dem Balkon hier aufgeschrieben. Vielleicht helfen sie dir weiter!

Falls du in diesem Jahr Urlaub auf Balkonien machst, habe ich beim Stöbern ein witziges Bingo für Zuhausebleiber gefunden. So machst du dir den Urlaub zu Hause richtig schön und viele Punkte machen noch mehr Spaß auf einem schönen Balkon. Zum Beispiel Yoga, ein Nickerchen, die Balkon-Bräune und nicht zu vergessen ein netter Cocktail. 😎😎😎

Quelle: Wayfair

Gemüse auf dem Balkon anbauen – Meine besten Tipps

1.) Platz clever nutzen: Denke in die Höhe!

Ich habe lange viel Platz auf meinem Balkon ungenutzt gelassen, weil ich nicht in die Höhe gedacht habe. Auf einem Balkon sind früher oder später viele Flächen auf dem Boden belegt und irgendwo muss ja auch noch Platz für ein Tischchen und Stühle bleiben. Im ersten Balkonjahr konnte ich vor lauter Kübeln auf dem Boden irgendwann nicht mehr treten. Es wurde Zeit, den Platz cleverer zu nutzen. Nach oben war noch Platz!

Und den Platz habe ich als erstes mit rankenden Gemüsepflanzen gefüllt. Schnell wachsend und schön sind rankende Bohnensorten wie Stangen- oder Feuerbohnen. Bohnen sind perfekt für den Balkon geeignet, weil sie dekorativ aussehen und wenig Ansprüche stellen. Nebenbei unterstützen Bohnen das Wachstum des Beet- oder Kübelpartner, da sie Stickstoff in ihren Wurzeln binden und den Boden damit versorgen, selbst aber nicht viel davon benötigen.

tomaten und chili beetpartner mischkultur
Kübel mit Tomaten, Chili und Ringelblumen

Außerdem ranken auch Salatgurken und Kapuzinerkresse. Selbst Tomaten – wenn es nicht gerade buschig wachsende Sorten sind – wachsen mehr in die Höhe als in die Breite.

Da rankende Pflanzen nach oben wachsen bzw. dahin, wo man sie haben will (denkbar wäre bei Stangenbohnen z.B. auch, dass du sie seitlich an einer Wand entlang ranken lässt), kannst du nun sogar noch den unteren Bereich im Kübel mit niedrig wachsenden Pflanzen ausfüllen.

Da eignen sich zum Beispiel Blumenmischungen. Bitte achte immer auf Blumen, die bienenfreundlich sind. (Das steht auf den Saatgutverpackungen bzw. an der Pflanze selbst, wenn du diese einkaufst. Eine Infobroschüre findest du hier.)

Toll geeignet sind außerdem Kräuter. Tomaten kannst du beispielweise direkt mit Basilikum kombinieren, Bohnen mit Bohnenkraut oder Gurken mit Dill oder Fenchel.

Im Bild unten siehst Du die Umsetzung von guter Platznutzung in Hochbeeten. Genauso gut funktioniert das auch in Pflanzkübeln. Die Kapuzinerkresse mit ihren orangefarbenen Blüten (in der Mitte) wächst außen am Hochbeet entlang (und hat damit auch eine Rankhilfe), drinnen im Beet ist Platz für eine Salatgurke und im Beet daneben kann sich der Fenchel ausbreiten (ganz vorn im Bild). Das wären – angewendet auf einen kleinen Balkon – zwei Pflanzkübel mit insgesamt 3 Pflanzen.

kapuzinerkresse im garten

Auf kleinen Balkonen kannst Du außerdem schmale Regale aufstellen oder an der Wand befestigen. Je nach Sonneneinstrahlung die oberen Regalfächer mit Kräutertöpfen, Salat, Radieschen und Bohnen bestücken und die unteren ggf. als Stauraum verwenden.

Hier im Bild siehst Du so ein Regal von meinem früheren Balkon im Anschnitt. Das ist ein simples Holzregal von Ikea, das mit Kabelbindern an der Balkonbrüstung fixiert ist, damit bei Sturm nichts umfällt. Und daneben ist noch Platz für eine kleine „Katzeninsel“ bestehend aus einer flachen Kiste mit Erde, in die ich Rasen gesät habe. Die war sehr begehrt. ;)

Wenn Du mehr Platz hast, kannst Du auch Hochbeete auf dem Balkon oder der Terrasse aufstellen, in denen auch anspruchsvollere Gemüsesorten wie Karotten und Kohlgewächse sehr gut wachsen. Wie man solche Beete günstig aus Holzkompostern selber bauen kann, habe ich hier aufgeschrieben. Es gibt natürlich auch fertige Beetkontruktionen im Handel für jede Balkon- oder Terrassengröße.

neues hochbeet

2.) Beste Freunde: Die richtigen Beetpartner auswählen und planen, planen, planen

Es gibt Pflanzen, die unterstützen sich gegenseitig im Wachstum. Und es gibt auch Kombinationen, die sich gegenseitig die Nährstoffe klauen. Wer mit wem gut wachsen kann, solltest Du direkt zu Beginn Deiner Planung nachlesen, zum Beispiel hier.

So genannte gute und schlechte Pflanzpartner gehören zum absoluten Basiswissen beim Gärtnern, auch auf dem Balkon. Nimm Dir ruhig etwas mehr Zeit zum Planen und Auswählen.

So planst Du gute Pflanzgemeinschaften für dein Balkongemüse

1.) Skizze machen!

Damit Du alles im Überblick hast, mach Dir zunächst eine Skizze der Fläche, die Du begrünen möchtest und beobachte, wie die Sonneneinstrahlung über den Tag aussieht. Nicht alle Pflanzen vertragen volle Sonne, andere wiederum lieben und benötigen solche Standorte.

2.) Deine Wunschpflanzen

Danach überlegst Du Dir, welche Gemüse-, Kräuter und Zierpflanzen Du anpflanzen möchtest. Schreib sie alle auf und recherchiere die Ansprüche der einzelnen Pflanzen. Die meisten Gemüsesorten brauchen einen sonnigen Standort, manche kommen aber auch gut mit Halbschatten klar. Dazu gehören u.a. Spinat, Radieschen, Mangold, Kohlrabi, Salat und Erbsen. Diese Sorten sind gleichzeitig gut für den Balkon geeignet, weil sie gut in Kübeln gedeihen.

3.) Pflanzpartner kombinieren

Nun hast Du eine Auswahl an Pflanzen, die für Deinen Balkon in Frage kommen und kannst nachschauen, welche Pflanzen sich gut vertragen und einen Pflanzkübel teilen können. Der Pflanzkübel sollte für Tomaten, Zucchini und Gurken mindestens 30 Liter Erde fassen, besser 40, damit Deine Kübelpartner später wirklich genug Platz und Nährstoffe haben.

Wirf Deine Skizze nicht weg! Sie wird Dir auch im nächsten Jahr bei der Planung helfen. So weißt Du nämlich noch genau, was in welchem Pflanzkübel gewachsen ist und kannst dort, wo im Jahr zuvor Starkzehrer wie Tomaten oder Zucchini gewachsen sind, Schwachzehrer wie Salat und Kräuter anbauen. So musst Du die Erde nicht so oft austauschen.

Von mir erfolgreich erprobte Balkon- bzw. Kübelkombinationen (ab 30 Liter Erdvolumen):

  • Tomaten und Basilikum
  • Tomaten und Buschbohnen (am besten Cocktail- oder Johannisbeertomaten, da diese mehr Ernte bringen)
  • Tomaten und Kapuzinerkresse
  • Zucchini und Feuerbohnen
  • Gurken und Buschbohnen
  • (Zucker-)Erbsen und Spinat

3.) Geeignete Gemüsesorten für den Standort verwenden

Für einen kleinen (sonnigen) Balkon am besten auf schnell wachsende Gemüsesorten wie Blattgemüse und Radieschen zurückgreifen oder ertragreiche Sorten wie Zucchini und Tomate so kombinieren, dass der Platz optimal ausgenutzt ist.

biogemüse aus meinem garten

Bei Tomaten am besten ebenfalls auf kleinere Sorten zurückgreifen, die benötigen nicht so viel Platz, sind schneller reif und gelingen leichter. Sehr gut sind kleine Cocktailtomaten oder Johannisbeertomaten.

Für Blumenkästen sind Kräuter, Salate, Kresse, Spinat und Radieschen geeignet. In Kübeln oder Pflanzsäcken kannst Du Zucchini, Gurken, Tomaten, Kartoffeln und Bohnen sehr unkompliziert anbauen.

Ungeeignete Gemüsesorten für den Balkon

Was nicht gut in Kübeln funktioniert sind Wurzelgemüse wie Karotten und Pastinaken. Diese Gemüsesorten wachsen langsam, brauchen einen tiefen Boden und haben hohe Ansprüche. Mit Rote Bete habe ich auf dem Balkon ebenfalls keine guten Erfahrungen gemacht, da dieses Gemüse auch sehr viel Platz benötigt und im Garten oder Hochbeet viel größer wird.

Wenn du alles fertig bepflanzt hast, achte darauf, dass anspruchsvolle Gemüsesorten wie Tomaten genug Nährstoffe erhalten. Du findest im Gartenfachmarkt gute, vegane Gemüsedünger und kannst sogar deinen Kaffeesatz verwenden, um deine Gemüsepflanzen zu düngen. Außerdem solltest du auf torffreife Bioerde achten. Auch die findest du im gut sortierten Gartenfachmarkt.

Hast du weitere Tipps für einen erfolgreichen Anbau von Gemüse auf dem Balkon? Dann freue ich mich über einen Kommentar. :)

Teile diesen Beitrag

Hinweis zu Werbelinks: Die mit "*" gekennzeichneten Links auf dieser Seite sind Affiliatelinks. Das bedeutet, ich verdiene einen geringen prozentualen Betrag, wenn Du auf so einen Link klickst und anschließend etwas bestellst. Dadurch bezahlst Du nicht mehr. Den Erlös investiere ich direkt wieder in tolles Geschirr, gute Zutaten und Foto- bzw. Küchenequipment und daraus werden wiederum Rezepte, die ich hier veröffentliche. Es ist ein Kreislauf des guten Essens. :) Und: Ich empfehle nur Dinge weiter, die ich auch selbst verwende. Danke für Deinen Support und viel Spaß auf meinem Blog!

Kommentiere

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.