Porridge nach Plan – Der Spickzettel für Dein Lieblingsfrühstück

Porridge nach Plan – Der Spickzettel für Dein Lieblingsfrühstück

Porridge – das Frühstück der Champions: Füllt den Bauch und hält lange vor, wärmt von Innen, ist gesund und es geht schnell. Wer noch kein Porridge-Fan ist, wird es hoffentlich ab heute.

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Neben der Übersicht auch noch dabei: Die Anleitungen zum Garen eines Porridge im Kochtopf, Backofen oder Dampfgarer. Und weil gedämpftes Porridge so viele Vorteile hat, habe ich eine ausführliche Anleitung zum Dämpfen ohne Dampfgarer (nur mit einem normalen Kochtopf) geschrieben. Das alles weiter unten.

Es geht hier erst einmal mit den Basics los:

Wissenswertes zu den Schritten 1-6 im Porridge-Baukasten

Schritt 1: Ich verwende häufig GroßblattFlocken aus Hafer oder Dinkel, die sind schön kernig und man hat noch etwas zum Kauen. Wer es sämiger und weicher mag, greift eher zu feinen Flocken. Dazu gehören z.B. Buchweizen-, Hirse-, oder Reisflocken (glutenfrei) sowie ganz klassisch Instant-Haferflocken, auch unter der Bezeichnung „feine Haferflocken“ oder „Feinblatt“ erhältlich. Ein Porridge aus Reisflocken erinnert übrigens ein wenig an Milchreis. Hirseflocken finde ich persönlich auch sehr lecker und sie sind sehr nährstoffreich. ABER, sie sind auch die Diven unter den Flocken und werden extrem schnell ranzig. Darum am besten nach dem Einkaufen zügig verbrauchen und nicht mehr lange lagern oder sicherheitshalber portionsweise einfrieren.

Schritt 2:  Bei den Gewürzen können mehrere der aufgeführten Möglichkeiten mit in die Porridgemischung, oder man beschränkt sich auf ein Gewürz. Je nach Lust und Laune. Der Richtwert im Porridge Baukasten ist ½ TL. Aber wenn Zimt, Vanille und Zitronenabrieb gemeinsam im Porridge landen, reduziere ich hier etwas. Das aufgeführte Müsligewürz kann man übrigens einfach selbst machen. Dazu eine Weile lang die Zitronenschale von unbehandelten Zitronen abreiben und trocknen lassen.   Wenn 1-2 EL gesammelt sind (die getrocknete Schale hält sich monatelang in einem Schraubglas), Vanille und Kokosflocken dazugeben, mischen das leckerste Müsligewürz der Welt in Händen halten. Das ist eine Geschmacksexplosion. Pro Portion verwende ich 1/2 -1 TL Müsligewürz. Wer das genaue Rezept für das Kokos-Zitronen-Gewürz benötigt, schaut einfach mal in „La Veganista – Mein selbst gemachter Powervorrat“. Hier noch ein Bild von dem Müsligewürz:

Schritt 3: Pflanzendrink auswählen und 1/2 Tasse Wasser abgemessen. Es ist außerdem möglich, das Porridge nur mit 1, 5 Tassen Wasser zu kochen. Allerdings verleiht der gewählte Pflanzendrink dem Porridge etwas mehr Cremigkeit und der Geschmack verändert sich, je nach Sorte. Hier habe ich ein Rezept für schnellen DIY-Kokosdrink veröffentlicht.

Schritt 4 – Süßen: Erklärt sich von selbst. Nehmt, was Euch schmeckt und was da ist. Ich süße am allerliebsten mit Trockenpflaumen. Die sind gekocht einfach nur göttlich und bringen eine fruchtige Note mit. Mein derzeitiges Lieblings-Winter-Porridge koche ich aus Haferflocken, Zimt, Haferdrink, Kokosflocken und Trockenpflaumen.

Übrigens lässt sich Sirup zum Süßen auch noch später, gemeinsam mit dem Topping, zugeben. Das ist Geschmackssache. Wer den Sirup am Ende über das fertige Porridge gibt, erreicht eine punktuelle Süße, es schmeckt also nicht überall durchgängig süß, sondern hier mal süßer und da mal weniger. Hat auch was und sieht in jedem Fall schick aus. Zum Beispiel auf diesem Porridge mit Nüssen und hausgemachtem Knuspermüsli:

"Best Porridge in town!", Eine Rezept aus "La Veganista - Mein selbst gemachter Powervorrat";
Foto von René Riis für Gräfe und Unzer

Großer Nachteil beim Sirup als Topping: Mir rutscht dabei meistens die Sirupflasche aus und es kommen schnell mal mehrere Esslöffel zusammen. Ist für jeden Morgen vielleicht ein bisschen zuviel des Guten. ;)

Schritt 5: Die Früchte kommen entweder zum Schluss oder schon beim Garen dazu. Nicht geeignet zum Mitkochen sind stark säurehaltige Früchte (Zitrusfrüchte, Quitten, Rhabarber), da der Pflanzendrink in dem Fall gerinnen könnte und es zu einem metallischen Geschmack kommen kann (v.a. bei Ananas). Beeren koche ich auch nicht mit, weil sie schnell matschig werden.

Zum Mitkochen geeignet: Äpfel, Birnen, Pflaumen, Mirabellen oder Kirschen. Je nach Hunger entscheide ich, ob es eine halbe oder ganze Tasse (bzw. Handvoll, es muss nicht strikt in der Tasse gemessen werden) Obst wird. Das hat man irgendwann auch im Gefühl. Die Mengenangabe ist dennoch in der Grafik enthalten. Wer sich dran hält, nimmt zwischen 400 und 470 Kalorien zu sich. Ich hab das mal für Euch durchgerechnet. ;) In meinem Tagesablauf kommt Kalorienzählen eigentlich nicht vor, um ein Gefühl für die richtige Portion zu bekommen ist es aber ganz gut, die Zahl mal gehört bzw. gelesen zu haben.

Meine Obstauswahl im Baukasten ist saisonal und auf heimische Sorten begrenzt. Gerade in den Wintermonaten wird es da aber schon etwas dünn, hier greife ich also oft auf selbst eingekochte oder gefrorene Sommerfrüchte zurück. Heimische Äpfel und Birnen gibt es im Winter und besonders im Frühling leider auch nur als Lagerware. Wer dann noch ein wenig aufpeppen will, kann sich in der Wintersaison bei den Südfrüchten umschauen: Ananas, Mango und Co. haben Saison, wenn es bei uns kalt ist.

Schließlich noch ein Topping im Schritt 6 auswählen und ab mit dem Porridge in den Kochtopf, Backofen oder Dämpfer.

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Notiz zur Porridge-Baukasten-Grafik:

1 Portion Porridge hat mit den angegebenen Mengenangaben zwischen 400 und 470 Kalorien, je nach verwendeten Zutaten.

1 Tasse =  1 Kaffeetasse (kein Becher!) mit einem Fassungsvolumen von 200 ml.


Porridge zubereiten – Drei Methoden für alle Fälle

Porridge klassisch kochen

Der Klassiker und wirklich einfach. Ich koche die Zutaten aus den Schritten 1-4 miteinander auf, schließe den Deckel, ziehe den Topf vom Herd und lasse das Ganze 10 Min. quellen. Nochmal umrühren, fertig!

Vorteil: Das klappt mit absoluter Grundausstattung: Topf, Löffel, Müslischale

Nachteil: 1 dreckiger Topf (darum liebe ich die Dämpfmethode, siehe unten…)


Gebackenes Porridge

Wer es ein bisschen knuspriger mag, wird gebackenes Porridge lieben. Ich mache das zugegebenermaßen nicht oft, weil es sich meiner Meinung nach für 1-2 Personen nicht lohnt, den großen Backofen vorzuheizen. Wer vier Portionen oder mehr Porridge machen möchte, für den ist das Backen aber DIE Methode der Wahl. Alles rein in die Auflaufform, die Früchte (besonders Äpfel, Pflaumen, Bananen sind super) obendrauf legen und ab damit in den Ofen. Das Topping entweder direkt mit draufgeben (das gilt für größere Nusstücke, die verbrennen nicht so leicht) oder mit in den Brei bzw. später dazugeben (kleinere Saaten und Kernen, Kokosflocken).

Vorteil: Bringt Abwechslung!
Nachteil: Lohnt sich erst ab 3-4 Portionen


Porridge dämpfen

Mein absoluter Favorit, vor allem weil es fast keine Aufmerksamkeit benötigt und effektiv nur eine Schüssel (bei 1 Portion) schmutzig macht. So mag ich das morgens! :)

Wer keinen Dampfgarer zu Hause hat, findet unter diesem Abschnitt eine Anleitung zum Dämpfen im Kochtopf. Es geht nämlich auch ohne große Küchenausstattung.

Wer einen Dämpfer besitzt: die Schüssel mit dem Porridge hineinstellen, den Timer des Gerätes auf 15 – 17 Minuten stellen und man kann entspannt duschen gehen. Für 1-2 Personen ist übrigens ein Minidämpfer sehr praktisch, nicht nur für Porridge. Ich verwende diesen Dämpfer* von WMF aus der Küchenminis-Serie.

Und natürlich geht es auch im Schnellkochtopf (mit Dampfeinsatz; 5 Minuten) oder im Instant Pot* (das ist ein Multicooker mit versch. Programmen; Programm „Steam“, „Normal“; 3-4 Minuten)

Vorteil: wenig Abwasch, braucht wenig Aufmerksamkeit, gut für 1-2 Portionen

Nachteil: ich finde keinen :)


Porridge im Topf dämpfen – Anleitung

Wie schon erwähnt, Dämpfen geht auch nur im Topf und das ist wirklich einfach!

Schritt 1: Topf, kleines feuerfestes Gefäß (z.B. eine Souffleeform) und eine Keramikschüssel (aus der kann das Porridge direkt gegessen werden) bereitstellen. Das kleine feuerfeste Gefäß mittig auf den Topfboden stellen. Ca. 1 Finger breit Wasser angießen.

Schritt 2: Das Porridge in die Keramikschüssel geben, umrühren und die Schüssel auf das Gefäß auf dem Topfboden stellen. Topfdeckel schließen, das Wasser aufkochen und anschließend für 20 Min. auf kleiner Stufe dämpfen. Das Wasser sollte immer ganz leicht sieden aber niemals sprudelnd kochen. Bei meinem Herd funktioniert das am besten auf Stufe 4 von 9.

Schritt 3: Umrühren, ggf. noch leicht abkühlen lassen und essen! :)

Food Prep Tipp

Und schließlich noch ein Food Prep Tipp für Morgenmuffel, Langschläfer und alle, die morgens noch nicht in der Lage sind, sich sechs Zutaten heraus zu suchen (ich gehöre übrigens in alle Kategorien… und Ihr? ;)):

Die trockenen Zutaten aus den Schritten 1, 2 und 4 (gilt nur für Trockenfrüchte) und ggf. 6 halten sich fertig gemischt bis zu 2 Wochen in einem Glas oder einer Tupperdose. Ich mische mir in einer ruhigen Minute am Wochenende meistens schon alle Porridgeportionen für die Woche trocken vor und gebe manchmal das Topping auch direkt dazu. Ganz offensichtlich ist es dann kein Topping mehr, aber wer länger schlafen möchte, sollte kompromissbereit sein. So muss ich mich morgens nur noch um Pflanzendrink, Wasser und Obst kümmern und das macht die ganze Sache nochmal schneller und einfacher.

In den nächsten Wochen werden noch einige Rezepte nachgereicht, für die eine oder andere Inspiration. Außerdem kommt bald ein einfaches Haselnussdrink Rezept (viiiieeel besser als der gekaufte) Das Kokosdrink Rezept ist ja oben schon verlinkt. Hier schon einmal ein paar Bilder als Vorschau. Ich hoffe, der Porridge Baukasten hilft dabei, Euer Frühstück morgens abwechslungsreicher zu gestalten und eine neue Frühstückliebe (wieder-) zu entdecken. :)

Coming soon…


Apfel-Porridge mit Datteln und Zimt


Porridge mit Ananassalat (zum Rezept)

3 Kommentare

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  1. Wow soviel Liebe in den Artikel gesteckt… also wer da keine Lust auf Porridge kriegt… mmmmhhh gleich mal Haferflocken kaufen gehen ;-)

  2. Hallo Nicole,

    vielen Dank für die praktische Übersicht! Ich habe schon länger vor, öfter mal Porridge zu frühstücken, da hilft Deine Zusammenstellung sicher sehr :)

    Eine Frage/Anregung noch: wäre die Zubereitung in der Mikrowelle nicht quasi die noch energieeffizientere und weniger aufwendige Version des Dämpfens? Die Wärme muss nicht den Umweg über den Wasserdampf nehmen sondern wird gleich im Essen produziert, man kann die Schüssel nehmen, in der man auch essen will und es geht auch noch ganz schnell.
    Wäre vielleicht wert, in den Artikel aufgenommen zu werden?

    Gruß,
    Lilli

  3. Huhu Lilli, freut mich, dass ich dich inspirieren konnte. Was die Mikrowelle angeht: Ich bin da grundsätzlich kein Fan von und wenn es sich vermeiden lässt, verwende ich lieber andere Methoden. :)

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