Nicole Just | La Veganista

Vegane Rezepte für die ganze Familie

Vegan durch Hamburg

Obwohl ich nur zwei Autostunden von Hamburg entfernt lebe hat es mich bis vor Anfang diesen Jahres nicht dorthin verschlagen. Eine kulinarische Lücke, die wir nun glücklicherweise geschlossen haben.

Weil mein Bloggerhirn niemals abschaltet wurde dort natürlich jedes gegessene Gericht, jedes Restaurant und jedes besuchte Café fotografiert. Dieser Teufelkreis erschließt sich erst in voller Pracht wenn man bedenkt, dass Hamburg neben Berlin und Leipzig ein veganes Mekka ist und ich meinen Freund darum genötigt habe, so viele vegane Lokalitäten zu besuchen, wie in zwei Tagen nur geht. Das endete dann in einer für uns typischen Sightseeing Tour, die sich voll und ganz darauf beschränkte, die Stadt anhand ihrer Wege zwischen den einzelnen Restaurants kennen zu lernen. Das ist übrigens ein ganz guter, wenn auch ziemlich verfressener Ansatz, den wir bereits in Lissabon, Prag und Kopenhagen ausprobiert und für gut befunden haben. Hier sind unsere Stationen. Wir haben in 2 Tagen natürlich nicht alles geschafft, darum wird es bestimmt bald nochmal nach Hamburg gehen.

Und weil wir so richtig echte Touris sind haben wir neben der großen Fresserei auch noch ganz klischeebehaftete Dinge wie „Reeperbahntour machen“ und „Schanze angucken“ nebst „in kleinen süßen Schanze-Lädchen süße Dinge kaufen“ getan. Auch davon findet ihr im Folgenden einige Impressionen, weil es so schön war.

Erste Station:  Jim Burrito’s Cantina

Wenn es um Burritos geht bin ich sehr verwöhnt. In Berlin gibt es mit „Dolores“ einfach eine Institution in Sachen Tex-Mex-Essen und ich war sehr gespannt, inwieweit Jim Burrito’s da mithalten kann.

jim-burrito-hamburg

Da die gute Grundlage zu unserer, später am Abend geplanten, Reeperbahn-Tour passte, machten wir uns also kaum im Hotel angekommen auch schon wieder auf in die Schanze.

Der kleine Laden liegt dort sehr zentral in der Nähe des S+U-Bahnhofs Sternschanze. Wenn man sich Bewertungen im Internet durchliest fällt immer wieder der Begriff „Schanzen Style“ und genau so zeigt sich der Laden auch: Alles ist echt entspannt, ein wenig alternativ-schrammelig und doch sehr modern.

Die Karte ist mit Kreide an eine große Tafel geschrieben und las sich für mich im ersten Moment ein wenig schwer. Wir hatten aber ziemlich schnell unser Essen gefunden und konnten dann während einer 30-minütigen Wartezeit bei einem Astra einerseits beobachten, wie sich der ohnehin schon gutbesuchte Laden weiter füllte und auf der anderen Seite dem Koch zusehen, wie er  die Burritos zubereitete.

Mein veganer Burrito war gut, ich mochte nur den etwas überschwänglich verwendeten Kreuzkümmel in meinem Bohnenmus nicht. Toll fand ich aber die Tatsache, dass die Burritos getostet waren. War mal ein anderes Geschmackserlebnis, wenn man Dolores mit Jim Burrito’s vergleicht. Mein internes Burrito-Battle hat dennoch Dolores in Berlin gewonnen, weil es mir hier bei unzähligen Besuchen immer gleich gut geschmeckt hat. Sorry Hamburg, bis zu meinem nächsten Besuch geht der Burrito-Punkt an Berlin. ;)

Jim Burrito’s Cantina
Schulterblatt 12; 20357 Hamburg (Sternschanze)
Öffnungszeiten: Mo-Do: 12 – 23 Uhr; Fr/Sa 12 – 1 Uhr; So 14 – 22 Uhr

Reeperbahn Tour mit dem blonden Hans

Danach waren wir am U-Bahnhof St.Pauli mit anderen Touristen und dem „Blonden Hans“ verabredet. Vegan zu essen gab es hier nichts, aber die Tour muss trotzdem in meinen Reisebericht, denn ich habe mich selten während und noch nach einer „Stadtführung“ so amüsiert. Mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass der Blonde Hans hin und wieder Getränke alkoholischer Art spendierte. Die Tour hat aber auch Inhalt und so erfährt man viel über St.Pauli, bevor es zum Hamburger Disneyland geworden ist.

Café Miller in St.Pauli

Am nächsten Tag ging es dann nach ausgiebiger Nachtruhe endlich mit dem Essen weiter. Zur Einstimmung auf den Tag begannen wir dort, wo wir am Abend zuvor aufgehört hatten. wieder in St.Pauli, diesmal im Café Miller. Das liegt in einem netten Kiez nahe dem U-Bahnhof St.Pauli.

An Fußballtagen wird hier Massengucken praktiziert und so ist das Lokal auch eingerichtet: ein bisschen urig, nett und „kiezig“. Auf der Karte steht neben veganem Kuchen auch veganes Frühstück (erhältlich bis 18 Uhr) und das haben wir uns schmecken lassen.

 

Café Miller
Detlev-Bremer-Straße 16
20359 Hamburg (St.Pauli)
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag von 10 – 24 Uhr; bei jedem Spiel des FC St. Pauli http://www.cafe-miller.de/

 

 Café „Liebes Bisschen“

Nach dem Frühstück war eigentlich kein Platz mehr für weiteres Essen, da wir aber eine Mission zu erfüllen hatten, taten wir als wäre nichts passiert und steuerten ziemlich direkt das Café „Liebes Bisschen“ in der Schanze an. Dort gibt es wunderschöne Shabby-Chic Einrichtung und Cupcakes, eine Sorte davon vegan.

Auch hier kam ich nicht umhin, zu vergleichen. Diesmal mit meinem Lieblingscupcake-Lade in Friedrichshain. Der Cupcake dort ist groß und massiv, die „Buttercrème“ fest und reichhaltig. Bei Liebes Bisschen ist der Belag des kleinen Kuchens wahrscheinlich nicht weniger reichhaltig, dafür aber butterzart und locker. Etwas vergleichbares habe ich bisher noch nie gegessen, darum geht der Cupcake-Punkt ganz klar an Hamburg!

Liebes Bisschen
Eifflerstraße 47, 22769 Hamburg (Sternschanze)
Öffnungszeiten: Di – So: 12:00 – 19:00 | http://www.facebook.com/liebesbisschen

Restaurant „Leaf“ in Altona

Die letzte Station unserer veganen Fresstour durch Hamburg war am Abend das „Leaf“. Björn hatte bei Deutschland is(s)t vegan schon darüber geschrieben und ich war sehr gespannt. Gelegen in einer ruhigen Wohngegend in der Nähe des Altonaer Bahnhofs findet man das Leaf sehr schnell und unkompliziert.

Die Räume sind sehr schön eingerichtet, man sitzt an Holztischen und alles ist insgesamt sehr warm und gemütlich. Vom Essen war ich restlos begeistert. Ohne zu übertreiben: Das Leaf steht, was den Gesamteindruck aus Essen, Service und Atmösphäre angeht, ganz oben auf meiner Liste der besten veganen Restaurants. Wir haben uns nicht nur sehr wohl gefühlt, auch der Service war klasse, das Essen sowieso und insgesamt hat einfach alles gepasst.

Restaurant Leaf
Eulenstraße 38
22765 Hamburg (Altona)
Öffnungszeiten: Mittwoch – Freitag: 17 – 23 Uhr; Samstag: 15 – 23 Uhr; Sonntag 11 – 23 Uhr; am Wochenende bekommt man zwischen 11 und 15 Uhr Frühstück, Kuchen gibt es am 15 Uhr | www.restaurant-leaf.de

 

Vegan durch Hamburg

12 Gedanken zu „Vegan durch Hamburg

  1. hm sieht das alles so gut aus! Ich war erst 1-2 Mal in Hamburg, aber diese tollen Restaurants habe ich noch nicht entdeckt.

  2. Toll, dass ein Berliner auf veganer Esstour in Hamburg vorbei kommt. Danke für einige Tipps, die ihc auch noch nicht kannte, z.B. Cafe Miller. Werde es demnächst mal ausprobieren. Ansonsten hast du noch einige coole vegane Spots ausgelassen, wie den Eisladen mit veganem Eis in der Schanze und dem veganen Asia Restaurant nahe Großneumarkt…da musst du wohl noch mal wiederkommen :-) Aber alles in allem kann Hamburg noch nicht mit dem Angebot in Berlin mithalten. Ihr habt bis hin zu veganen Pizzerias einfach die größere Vielfalt, da müssen die Hamburger noch nachholen, aber es wird. Bin bislang noch nicht verhungert hier :-)

  3. ich war auf meinem Hamburg- Besuch im Piccolo Paradiso, das ist in der Nähe vom Großneumarkt, das ist ein klasse ,vegetarisches Bio-Restaurant in total schönen Räumlichkeiten. Einmal zum Mittagstisch, und da der schon alle meine Erwartungen übertraf, war ich abends auch nochmal da. Mit meinem Freund teilten wir uns das Verwöhnangebot, das ist eien große Platte mit warmen und kalten orientalischen Vorspeisen. Ich habe noch nie so eine große Vielfalt an Gewürzen und aromen genossen wie dort, einfach super. Kann ich nur empfehlen!!

  4. Eine Sightseeing Tour von einem veganem Restaurant zum anderen währe sicherlich eine Marklücke. Eine gute Idee, die ich auch mal machen muss.
    Das man in Deutschland an so vielen Orten vegan essen kann und es so viele Restaurants gibt, die Ihre Speisekarte rein vegan halten, währe ein grosses Vorbild für uns hier in der Schweiz.

  5. Hi,
    genau so machen wir das auch immer bei unseren Städtetouren; auf dem Weg von und zu veganen oder auch vegetarischen Restaurants wird „nebenbei“ die Stadt besichtigt.
    Wir waren auch im August letztes Jahr in Hamburg und das Leaf hat mich leider gar nicht überzeugt. Wir haben sehr lange gewartet auf ein Essen, was ich daheim mindestens genauso gut hingekriegt hätte.
    Das Loving Hut ist sehr zu empfehlen und die oben schon mal genannte Eisdiele an der Schanze. So ein Wahnsinnsschokoeis hab ich noch nicht gegessen!
    Und die Currywurst im Backbord mit Pommes und Salat ist sehr zu empfehlen.
    Grüße
    Andrea

  6. Bei Deinem nächsten Besuch musst Du definitiv eine vegane Pizza bei „slimjims“ essen (am neuen Pferdemarkt, bei der Schilleroper) – wahlweise mit Hefeschmelz oder Wilmersburger, echt lecker und superfrisch! :-) Mini-Laden, Homepage ist grottig, aber die Pizza ist einfach super!
    Und in Ottensen findest Du im Bio-Café „LillySu“ (Große Rainstraße 18, http://www.lillisu.de) auch veganen Kuchen, ebenso in der „BioKonditorei Eichel“ (Osterstr. 15, http://www.biokonditorei-eichel.de)

    Viele Grüße aus Hamburg
    Ulli

  7. Ich mag gerne Qrito, cali-mex Restaurant. (Osterstrasse 165, http://www.qrito.de)
    Du kannst einfach deine Burrito’s Zutaten wählen, Burrito Bowl oder Gemüsemix haben.
    Wenn du fragst kannst du Tortillasuppe, Avocadosalad (und noch mehr) ohne Käse essen.

    Es tut mir Leid aber meine Mutterschprache ist nicht Deutsch.

    Viele Grüße aus Berlin
    Frederic

  8. Und dann soll mir mal einer sagen, man kann nicht Vegan ausgehen – bei solch vielen Geheimtipps, zudem auch noch total unterschiedliche Küchen und Ambiente, das macht ja richtig spaß!

    Auch ich möchte hierzu meinen Beitrag leisten und möchte euch warmen Herzens das TABI BISTRO-CAFÉ im Grindelhof 82 (Hamburg) empfehlen. Ein persisch-orientalisches Restaurant mit vielen veganen Gerichten. Eine begeisterte Junge Frau, Tabi, die den Laden komplett schmeisst und für jeden Wunsch zu haben ist. Sie ist richtig Fan der veganen Szene und vorallem eine absolute Bereicherung.

    Guten Hunger, Bon Apetit!

    LG!

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