Veganes Freitagsmemo: Kokosöl giftig? | The Ocean Cleanup | Algenöl | Lesetipp fürs Wochenende

Veganes Freitagsmemo: Kokosöl giftig? | The Ocean Cleanup | Algenöl | Lesetipp fürs Wochenende

Herzlich Willkommen zum veganen Freitagsmemo Nummer vier. Ein- bis zweimal im Monat findest Du hier vegane Neuigkeiten und Produkte, die meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben und die auch für Dich interessant sein könnten. 

Lesetipp fürs Wochenende: Losing Earth

In einem interaktiven Beitrag in der New York Times gibt der Autor Nathaniel Rich uns einen sehr umfassenden Einblick in ein Szenario, das möglicherweise den Lauf der Welt in Bezug auf den Klimawandel grundlegend verändert hätte. Die Menschheit hatte, so Rich, zwischen 1979 und 1989 ein Zeitfenster, in dem wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels hätten abwenden können.

Am Anfang dieser Geschichte steht das Jahr 1979: Wissenschaftler konnten anhand von Klimadaten aus den vorherigen 20 Jahren erstmals belegen, dass die exzessive Nutzung fossiler Brennstoffe die Erdatmosphäre derart verändert, dass sich deutliche klimatische Folgen zeigen: Je mehr Abgase durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe in die Erde gelangen, desto wärmer wird unser Planet.

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Schon relativ kurz darauf hatte man berechnet, dass die Veränderungen möglichst sofort einsetzen müssten, um die globale Erwärmung – damals noch „Treibhauseffekt“ genannt – zumindest drosseln zu können. Und obwohl man sich darüber einig und der Dringlichkeit bewusst war – selbst Ölmultis wie Shell arbeiteten an Lösungen – passierte nichts. Warum das so war, arbeitet Rich in diesem Stück auf.

The Ocean Cleanup: Pro und Contra

Vielleicht hast Du Anfang August von dem Projekt „The Ocean Cleanup“ gehört. Das Start-up aus den Niederlanden will Plastikmüll, der in unseren Meeren schwimmt, auffangen und der Recyclingkette zuführen. Umgesetzt wird dies durch lange Fangarme, die auf der Wasseroberfläche treiben. Am besten habe ich die Funktionsweise durch diese Grafik von USA Today verstanden. Im Prinzip handelt es sich um einen überdimensionalen Kescher, der den Plastikmüll konzentriert, so dass er von der Wasseroberfläche gesammelt werden kann.

Klingt ja erst einmal nach einer guten Idee, denn unsere Meere sind mittlerweile regelrechte Plastikmüllkippen. Es gibt aber auch Kritik:

Der Meeresbiologe Dr. Markus Lenz gibt in einem Interview mit die-debatte.org zu bedenken, dass es das falsche öffentliche Bild wäre zu sagen, „wir haben eine Lösung für den Plastikmüll“. Denn das bewirke gesellschaftlich keine Veränderungen (z.B. weniger Plastikmüll zu produzieren) und bekämpfe eher die Symptome, nicht aber die Ursache.

Er merkt auch an, dass an der Wasseroberfläche treibende Organismen wie Krill, Laich und Quallen gegen die Fangarme gespült werden (größere Lebewesen wie Fische und Meeresschildkröten könnten laut „The Ocean Cleanup“ unter den Fangarmen hindurchtauchen). Zudem ist nur ein Teil des schwimmenden Mülls so groß, dass er „gefangen“ werden kann. In den Ozeanen befindet sich ein großer Anteil von Mikroplastik. Das sind mikroskopisch kleine Plastikteilchen, die über die Nahrungskette auch in den menschlichen Organismus gelangen. Mehr zum Thema Mikroplastik und wo es überall drinsteckt, kannst Du hier nachlesen: https://www.bund.net/meere/mikroplastik/

Was denkst Du über das Projekt? Sinnvoll und unumgänglich oder doch noch nicht der Weisheit letzter Schluss?

Von giftigen Kokosnüssen…

Ein Vortragsvideo macht in dieser Woche die Runde: https://www.youtube.com/watch?v=Mnc_aoN7lMM&t=460s

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Veganer Ernährungsberater Ausbildung im Fernstudium


Falls Du dieses Video auch gesehen und Dich gefragt hast, wie viel Wahrheitsgehalt in der Aussage „Kokosöl ist Gift“ liegt (Studienergebnisse werden im Vortrag ja leider nicht ausgewertet), empfehle ich Dir diesen sehr gut aufbereiteten Artikel von ecodemy, wo ich selbst derzeit meine Ausbildung zur Veganen Ernährungsberaterin mache* (Partnerlink). Im Artikel findest Du die wichtigsten Studien und deren sachliche Einordnung.

Was mich persönlich an dem Vortrag gestört hat ist die Tatsache, dass einerseits das Kokosöl (ohne Nennung konkreter Studienergebnisse etc.) als „Gift“ mit langen Transportwegen deklariert wird, nur um dann einige Minuten später Fischöl als gute Omega-3-Quelle zu empfehlen. Da fehlt mir die Differenzierung.

Von Ernährungsexperten erwarte ich ein Mindestmaß an ökologischem Bewusstsein. Die Überfischung der Weltmeere ist ein Fakt, dazu kommen ethische Aspekte und ein ganz pragmatisches Argument: Fische können Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) – um diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren geht es nämlich, wenn wir von „Omega-3“ sprechen – nicht selbständig bilden. Der Fisch nimmt DHA und EPA beispielsweise durch den Konsum von Krill auf, die ihrerseits marine Mikroalgen aufnehmen. Warum also nicht gleich selbst die Algen aufnehmen und die Nahrungskette ökologisch verkürzen? Eben!

Meint auch Arzt und Molekulargenetiker Dr. med. Michael Nehls, dessen Buch „Algenöl – Die Ernährungsrevolution aus dem Meer“ am 10.9. bei Heyne erscheint.

Nehls_Algenöl

Im Vorwort schreibt Dr. med. Nehls: „Weil die Kapazität der Meere heute nicht mehr ausreicht, ist nur auf diese Weise der Bedarf der gesamten Weltbevölkerung an hochwertigen und lebenswichtigen aquatischen Omega-3-Fettsäuren kostengünstig zu decken. […] Wir können, um artgerecht zu leben, die Uhr nicht in die Altsteinzeit zurückdrehen. Vielmehr müssen wir den Weg vorwärts in eine (r)evolutionäre Zukunft und Ernährung wagen, die sowohl ökologisch und ökonomisch als auch ethisch unbedenklich ist – und dabei so nachhaltig, dass auch zukünftige Generationen unseren Planeten noch bewohnen können.“

Das Buch ist über die Website des Verlags bestellbar oder über die Buchhandlung Deines Vertrauens.

Algen werden derzeit nicht nur als nachhaltige Omega-3-Quelle diskutiert, sondern auch als Vitamin B12 Quelle. Mehr Infos zu dem Thema habe ich hier aufbereitet.

Vegane Algenkapseln gibt es übrigens bereits im Handel. Ich verwende im Moment diese Kapseln (keine Werbung, kaufe ich mir selbst): Die Kapseln hinterlassen übrigens keinen „fischigen“ Geschmack im Mund, der viele Menschen ja an Fischkapseln auch sehr stört.

Es ist Omega-3, aber besser - viel gesünder als Fischöl - pflanzenbasiertes DHA und EPA aus Algenöl - Reines und Veganes Omega-3 - Testa Omega 3-60 Kapseln
96 Bewertungen
Es ist Omega-3, aber besser - viel gesünder als Fischöl - pflanzenbasiertes DHA und EPA aus Algenöl - Reines und Veganes Omega-3 - Testa Omega 3-60 Kapseln
  • PREISWERTES Omega-3 Algenöl Qualitätsprodukt, enthält mehr als 450 mg Omega-3 Fettsäuren pro Kapsel, davon Mindestens 250 mg DHA und 125 mg EPA
  • PUR keine Rückstände von Umweltgiften (Quecksilber, PCB's, Dioxine) wie typischerweise in Fischölen. Fischöl benötigt 5 bis 6 industrielle Reinigungsschritte um diese Kontaminationen zu entfernen.
  • KEIN AUFSTOSSEN - Algenöl ist frisch und frei von ranzigen Bestandteile und führt deshalb nicht zu Aufstossen und einem schlechten Nachgeschmack
  • Testa Omega-3 ist gut für HERZ, HIRN und AUGEN
  • NACHHALTIG ohne negativen Einfluß auf die Fauna und Flora der Weltmeere. Omega-3 kommt direkt von der Quelle (Algen) ohne den Umweg über die Nahrungskette Fisch.

Und zum Schluss noch ein Hinweis: Das Vegane Sommerfest in Berlin ist an diesem Wochenende wieder auf dem Alexanderplatz zu Gast. Es gibt Vorträge, Workshops, Kochshows, Musik und jede Menge zu essen. Hier findest Du das Programm: https://www.veganes-sommerfest-berlin.de/

veganes sommerfest berlin, Fotograf Bjoern Fehl (1)

Bild von Björn Fehl Photography

Alle bisherigen Ausgaben des Freitagsmemos findest Du hier:

Die Preise zu Amazon Produkten auf dieser Seite wurden letztmalig am 14.11.2018 / aktualisiert. Der Preis kann seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein. Maßgeblich für den Verkauf ist der tatsächliche Preis des Produkts, der zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Website des Verkäufers stand. Eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise ist technisch nicht möglich.

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